Sterben für die Freiheit

Anya Scheffer und Hendrik Scheel


Eine öffentliche Werkstatt zu der Anya Scheffer und Hendrik Scheel einladen um Ideen, Fragen und das Material für ihr Vorhaben,  zu diskutieren und gemeinsam weiter zu entwickeln.


Wir begeben uns am runden Tisch auf die Spuren einer polnischen Gruppe von Untergrundkämpfern: die „Solidarnosc Walczaca“ („Kämpfende Solidarnosc“).  Sie enstand 1982 als Abspaltung der Gewerkschaft Solidarnosc, nach der Ausrufung des Kriegsrechts.

Solidarnosc Walczaca  war eine kleine, radikale, antikommunistische Untergrundorganisation, die die Unabhängigkeit Polens  und die Freiheit für alle Völker forderte, welche durch  kommunistische Parteidiktaturen beherrscht wurden. Ihre Hauptaktivitäten waren die Herausgabe von illegalen Zeitungen und Radioprogrammen, sowie die Organisation von Strassendemonstrationen und Streiks.                 

Die kämpfende Solidarnosc akzeptierte keine Reformen des Systems, sondern kämpfte für dessen grundsätzliche Abschaffung. Deshalb beteiligten sich sich nicht an den Gesprächen am runden Tisch mit den  kommunistischen Führern Polens  im Jahr 1989. Ihr Beitrag zur Revolution geriet nahezu in Vergessenheit.


SIDEviews e.V. führte Interviews mit ehemaligen Mitstreitern der Solidarnosc Walczaca.

Im Rahmen einer kollektiven Projektentwicklung wollen wir gemeinsam essen, den Zeitzeugen zuhören und diskutieren, in welcher Form  dieses historische Material erzählt werden kann.´´Sterben für die Freiheit ``war wesentlicher Bestandteil des zu leistenden Eides für die Mitglieder der kämpfenden Solidarnosc.

Ist das für Menschen unserer “freien” Gesellschaft , des 21. Jahrhunderts nachvollziehbar? Gibt es für uns heute einen vergleichbaren, zu benennenden Gegner, der einen radikalen Kampf unter Einsatz des eigenen Lebens, rechtfertigt? Ist es möglich innerhalb einer Theaterform einen solchen Kampf zu schildern oder zu simulieren?

Wir verstehen diesen Abend als ersten Akt einer Stückentwicklung, und als Sammelstelle  unterschiedlichster Ansätze dokumentarischen und politischen Theaters .

Auf der Suche nach Widerstandsgeist und  Zivilcourage.          

Sonntag 3. April 2011