Vierte Welt liest

Marcus Reinhardt & Freunde

18.00

Mikael Niemis Erschiess die Apfelsine

Eingerichtet von Vierte Welt | Comic-Lesung


Handlungsort Schule. Die Helden sind ungefähr 16. Sie stehen eher am Rand der Gesellschaft als in deren Zentrum. Ein Ausweg: Gewalt; ein anderer Poesie. Anstatt SchoolSchooting werden Apfelsinen und ein Elternpaar erschossen.

Eine Sturm - und Drangversion adoleszenter Gefühle, Irrungen und Verwirrung ganz aus dem Hier und Heute: „Wovor haben die Arschgeigen am meisten Angst? Was ist das Schlimmste, das ihnen zustoßen kann? Dass sie Loser werden.“



20:00 Uhr

Wahnausweitungen

Eine interaktive Suche nach den Möglichkeiten, Wahrheit zu konstruieren


Eingerichtet von Vierte Welt

Seit 2006 wird Gustl Mollath gegen seinen Willen in verschiedenen psychiatrischen Anstalten des Freistaates Bayern festgehalten. Mollath wird in verschiedenen forensischen Gutachten eine Gemeingefährlichkeit und der Aufbau eines paranoiden Wahnsystems attestiert, in dem er unter anderem die Verwicklung seiner geschiedenen Ehefrau in ein komplexes System der Schwarzgeldverschiebung behauptet.

Sie wiederum beschuldigt Mollath der Freiheitsberaubung und Körperverletzung und streitet alle Schuld ab..stimmt das so?. Justizministerinnen, Psychiater und Richter verwickeln sich in die Wirren des Falles, unterschlagen, beugen Recht, stellen haltlose Gutachten aus.

Ist Mollath eine Gefahr oder ist er gefährdet? Wer schiebt ihn als Täter über den harten Parcours durch juristische und psychiatrische Institutionen? Und wieso?



21:00 Uhr

Tagblende. Reading sound performance

Simone Haverland. Text/ Regie

Pat Kuhn. Instrumentierung/ Soundcollage

Hans K. Soundscape/ Bass

2 Fremde begegnen sich in einem geschlossenen Raum und sind miteinander. Ein unlösbarer Konflikt führt sie zueinander. Dieser Konflikt wird in der Schwebe gehalten. Was wollen sie voneinander? Was können sie miteinander? Sie reden. Das ist, was ihnen möglich ist. Beim Sprechen erinnern sie sich. Wer sich seine Geschichte erzählen kann, hat Identität, kann Menschen begegnen und Konflikte tragen.

Eine poetische Auseinandersetzung mit inneren Konflikten. Soziale Netzwerke im Zeitalter der Neuen Medien haben die Gesellschaft zum Komplizen gemacht. Tagblende handelt von einer seelischen Insel, Abrissen, Vakuen und einem unerhörtem Schmerz. Sich Fragen stellen, einander begegnen, Schmerz Raum geben, kann bedeuten sich von der Aufforderung zur Destruktion frei zu machen, die jeder (neue) Konflikt offeriert.

Wie kann Intimität, Vertrauen, Begegnung gelebt werden, wenn die meisten Formen von Privatheit in soziale Netzwerken hineinfließen. Schlussverkauf der Gefühle?

Tagblende untersucht Momente, wo Konflikte entstehen wie etwa in Beziehungen, in Familien, im Privaten.

Ton, Stil, Duktus von Tagblende erinnern an späte Texte aus den 80ern der französischen Autorin Marguerite Duras.



22:00 Uhr

Andrey Rodionov Nurofenes Geschwader

[Deutsch von Eugen Ivan Bergmann]

Andrey Rodionov ist ein russischer Poet. Seine Texte sind brisante akkumulierte Inhaltle, fantastische Ereignisse, Zufälle aus dem Leben der Menschen sozialer Randgruppen. Mit subtiler, tragischer Lyrik verdeutlicht Radionov immer eine bestimmte Aktualität, wie auch das Wichtigste überhaupt – den fesselnden Akt des Erzählen selbst. Sein poetisches Theaterstück «Nurofenes Geschwader» erzählt die Zeit, in der der Mensch gelernt hat, dank der neuesten DNA-Technologie, selbstwachsende Flugzeuge wie Bananen zu züchten und in der die Welt in Gefahr eines Heiligen Orthodoxen Atomaren Weltkrieges schwebt.