Crowdworking

Die Entstehung des digitalen Prekariats



Outsourcing kennt man. Die Weiterentwicklung dieses Prinzips heißt Crowdsourcing. Arbeit wird dabei nicht mehr in Billiglohnländer outgesourced, sondern an Menschen, die sich im Internet tummeln – an die Crowd. Im Netz entsteht dadurch ein neuer Niedriglohnbereich, der die Art, wie wir arbeiten, komplett verwandeln könnte, so stark wie die Erfindung des Fließbands vor knapp 100 Jahren. Auf der Plattform Mechanical Turk von Amazon schuften etwa Hundertausende aus 180 Ländern oft für zwei bis drei Euro die Stunde. Die besten digitalen Akkordarbeiter kommen auf sieben bis acht Euro. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland viele Firmen mit ähnlichen Angeboten. Das neue digitale Prekariat hat praktisch keine Rechte und verdient wenig. Trotzdem sind Crowdworker oft stolz auf ihre Arbeit und fürchten staatliche Regulierung. Denn diese könnte ihren Arbeitsplatz vernichten, sorgen sich gerade US-amerikanische «Turker». Besser ein paar US-Dollar oder Euro verdienen als gar nichts, ist die vorherrschende Meinung.


Sebastian Strube ist freier Journalist in München und arbeitet für den Bayerischen Rundfunk vor allem zu digitalen Themen. Auch als Crowdworker hat er schon gearbeitet, war aber nicht hart genug für diesen Job.

Moderation: Cornelia Otto, Sozialwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin DIE LINKE. im Bundestag.



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Donnerstag 03.Juli | Netzpolitik | Diskussion | Vortrag | Rosa Luxemburg Stiftung