Lesung und Gespräch | Suhrkamp Verlag

Der wunde Punkt

Vom Unbehagen an der Kritik

von Thomas Edlinger.


Bert Rebhandl im Gespräch mit dem Autor.

Musik: Sandra Wrampelmeyer.


Kritik ist Volkssport. Jeder kritisiert jeden – im Wirtshaus, im Internet, an der Universität. Gleichzeitig werden die Defizite der Kritik kritisiert. Sie greife zu kurz oder gehe zu weit, sei autoritär, dekorativ oder schlicht wirkungslos. In Anlehnung an Jean-Luc Godard könnte man sagen: »Kritik ist nicht die Beurteilung der Wirklichkeit. Kritik ist die Wirklichkeit der Beurteilung.«Auf jeden Fall verändert Kritik die Welt – zumindest indirekt: als relativistische Hyperkritik, die Gemeinsamkeiten sabotiert, als Kapitalismuskritik, die den Kapitalismus fit hält, oder als Miserabilismus, der sich am Übel in der Welt ergötzt.  Thomas Edlinger spürt der Fetischisierung der Kritik dort nach, wo es wehtut, und zeigt, wie sich der Unmut in postkritische Haltungen übersetzt.



Thomas Edlinger arbeitet als Radiomacher, Journalist und freier Kurator in Wien und ist ab 2017 künstlerischen Leiter des Donaufestivals in Krems.


Bert Rebhandl ist freier Journalist, Autor und Übersetzer. Mitherausgeber der Zeitschrift CARGO Film Medien Kultur. Er lebt in Berlin.


Sandra Wrampelmeyer ist Sozialarbeiterin und Dozentin an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin, dort lebt sie auch.


Mo. 28. September 2015 | 20:00 Uhr | Bar 19:30 | Eintritt frei