Vierte Welt | gesellschaften


Veranstaltungsreihe | In Vorbereitung | Alle vier Wochen vier Stunden.

Politiken


Übungen für ein Politisches Denken, das einen Raum der politischen Kritik schafft, in dem Potentiale zur Unterbrechung und Zäsur sichtbar werden und die der Idee der Emanzipation, Freiheit und Gleichheit und damit denen die, die keine-Stimme-haben verpflichtet ist.



Die Politik in der Ära des Neoliberalismus scheint in einen neuen planetarischen Chauvinismus zu transformieren. Begleitet von hysterisch vorgetragenen Versprechen auf Souveränität, Macht und Aneignung kehren Phantasmen vom Mann-Männlichen und von Gewalt, Grenze, Gott, Volk, Identität und Rasse aggressiv zurück. Die Krisen der Ökonomie und der Ökologie spitzen sich unterdessen zu, politische Ordnungen werden fragil. Die Angst-Lust vor der Katastrophe ist zum allgegenwärtigen Grundrauschen geworden, Gesellschaftlichkeit als solche scheint zur Disposition zu stehen.


Was tun? Die in der Moderne und Postmoderne entstandenen kritischen Instrumente und sozialen Praxen erscheinen im Angesicht dieser Entwicklungen seltsam kraftlos und reaktiv oder verzehren sich in aktivistischen und identitären Engführungen. Es liegt auf der Hand: Politisches Denken, das sich Aufklärung, Befreiung und Selbstbestimmung verpflichtet sieht, muss sich neu sortieren.


Im assoziativen, offenen und zuweilen ausufernden Gespräch wollen wir mit Politiken gemeinsam – in den sozialen Formen der Begegnung und im Habitus – ein gesellschaftendes politisches Denken entfalten und einüben, das einen Raum der politischen Kritik schafft, in dem Potentiale zur Unterbrechung und Zäsur sichtbar werden. Um die Frage zu beantworten, wie wir unserer Verpflichtung auf die Idee der Emanzipation, Freiheit und Gleichheit und damit auf die, die keine-Stimme-haben überzeugend nachkommen können, müssen wir das Politische an die Grenzen zur Kunst und zur Philosophie dehnen. Politiken nimmt die Auseinandersetzung mit den Zurichtungen und Verwüstungen der neoliberalen Ära auf, die die Vierte Welt u.a. mit den Reihen „Im Toten Winkel“ und „Theoriekantine“ begonnen hat und kann als Frage danach verstanden werden aus welcher Praxis ein Programm entstehen kann, das dieser Prämisse treu bleibt. Dabei verstehen wir die Reihe als eine nicht-kuratierte, offene Veranstaltung, die sich darum bemüht, den Jargon des linken Diskurses nicht zur Bedingung für Teilhabe werden zu lassen.  


Ausgehend von einer formulierten Frage an einen Text, einen Film, ein Artefakt werden wir uns als Nicht-Wissende begegnen, um uns überraschen zu lassen, wo gemeinsames – gesellschaftendes – Denken und Sprechen uns hinführt. Vier Stunden sind dabei unser, die gängigen Konsumtions-Gewohnheiten bewusst unterlaufendes, Zeitmaß. Das Thema jeden Abends wird im Vorfeld online zur Diskussion gestellt und entschieden.  


Wir laden herzlich zu einem ersten Initiativ-Treffen ein. Termin wird bald bekanntgegeben. Es dient der Verständigung über einen ersten gemeinsamen Modus der Veranstaltung und der Frage wie diese Arbeit sich vielfältig öffentlich repräsentieren kann.


Wir treffen uns einmal im Monat für vier Stunden von 18:00 bis 22:00.


In Vorbereitung